Jedes Mal das gleiche. Ich erzähle meinen lieben Azubikollegen euphorisch eine meiner mehr oder weniger lustigen Geschichten in der Mittagspause, über die meistens nur ich selbst lache. Natürlich bemerke ich dabei nicht meinen minimalen Dialekt der sich vorallem in den Endlauten der Wörter, die mit ”er” enden deutlich ist.
“Was willst du? Wassää?”, ist eines der häufigen Bemerkungen, die ich zu Ohren krieg. ;D
Das ganze ist natürlich nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil, aber ich kann nunmal nicht ganz “reines” Hochdeutsch, vorallem wenn man’s von zu Hause nicht so gewohnt ist, und deheem gefällts eem doch fascht immä am Beschte!
“Deheem” ist bei mir der wunderschöne Soonwald, am Rande des Hunsrücks, zwischen Simmern und Bad Kreuznach.
Wie ihr alle wisst, bin ich für die Ausbildung in die schöne Altstadt von “Kuwwelenz” gezogen. Ich wohne in einer super WG mit zwei tollen Mitbewohnern, doch so ganz glücklich bin ich immernoch nicht. Warum? Koblenz ist schrecklich, was die Parksituationen betrifft. Ich hab noch mein Auto, was uns auch jedes zweite Mal, wenn Schule ist, nach Köln kutschiert und das möchte ich natürlich auch gern behalten. Die erste Option war natürlich Anwohnerparken. Aber jeden Nachmittag nach der Arbeit durch Koblenz kurven um zufällig einen freien Parkplatz zu finden? Ne, ne. Nicht so super. Also hab ich mich für den einzigen kostenfreien Parkplatz in “Altstadtnähe” entschieden und muss dort jetzt jeden Morgen erst mal hinlaufen. Im Winter nicht ganz so toll, da ich über ne Brücke laufen muss und da zieht’s bekanntlich “wie Hechtsupp”.
Da ich mich schnell an mein Lebensumfeld gewöhne, muss ich aufpassen, dass ich mir nicht noch den Koblenzer Dialekt angewöhne, denn unlogische Dinge wie “holen” statt “nehmen” zu sagen, ergibt für mich keinen Sinn. So wird zum Beispiel bei einer Diät “abgeholt”. Als ich das zum ersten Mal hörte, dachte ich “euch holen ‘se auch bald!”
Wie ich “Wassä” sag, sagt man hier “Gehörn”, meiner Meinung nach kann das wirklich genauso unterhaltsam klingen.
Ja ja, Dialekte sind schon so ‘ne Sache für sich, aber sie machen meiner Meinung nach einen Menschen manchmal viel sympathischer. Und ich finde auch, dass sie oft bereits nach einem Satz dem Zuhörer erklären, wo die Person herkommen könnte und das wiederrum find ich “ne subbä Sach!”
So, jetzt bin ich’s langsam “läärisch”, was meent ihr dann?! Orre denkter jetzt: “Das do is ganz ä, das hotse doch nimmä all!”